Stadt Köln legt Standort für erstes Suchthilfezentrum fest

Die Verwaltung schlägt den Perlengraben als Standort für das erste Kölner Suchthilfezentrum vor. Es soll Schwerstabhängigen helfen und den Neumarkt entlasten.

Suchthilfezentrum in Altstadt/Süd

Die Stadt Köln plant, ihr erstes Suchthilfezentrum (SHZ) am Perlengraben/Wilhelm-Hoßdorf-Straße zu errichten. Damit legt die Verwaltung einen konkreten Standort in der Innenstadt (Altstadt/Süd) fest. Der Rat soll am 5. Februar 2026 darüber entscheiden.

Nach Angaben der Stadt spitzt sich die Lage der offenen Drogenszene in Köln durch den zunehmenden Crack-Konsum stark zu. Das neue Zentrum ist ein zentraler Bestandteil des weiterentwickelten Suchthilfekonzeptes, welches die Stadt bereits im August 2025 dem Hauptausschuss vorlegte.

Suchthilfezentren leisten einen wesentlichen Beitrag, um schwerstabhängige Menschen zu schützen. Sie geben den Betroffenen die Möglichkeit, in einer sicheren Umgebung zu konsumieren. Die Stadt verfolgt damit das Ziel, den öffentlichen Raum rund um den Neumarkt endlich zu entlasten, so Oberbürgermeister Torsten Burmester.

Burmester betont, dass die aktuelle Situation für niemanden hinnehmbar sei – weder für die Suchtkranken noch für die Anwohnenden und Passantinnen und Passanten. Er fügt hinzu: „Mit dem neuen Angebot machen wir einen wichtigen Schritt in der Hilfe für Schwerstsuchtkranke und tragen zum anderen dem berechtigten Wunsch der Kölner*innen nach mehr Sicherheit und Sauberkeit Rechnung.“

Bei der Standortwahl prüfte die Verwaltung intensiv verschiedene Flächen und Gebäude. Die Kriterien sahen vor, einen Platz im Umkreis von einem Kilometer Entfernung zum Neumarkt zu finden und Abstände zu Kinder- und Jugendeinrichtungen einzuhalten. Außerdem wollte man Anwohnende möglichst wenig belasten, etwa durch die Ausgestaltung der Zugangswege.

Die Verwaltung prüft derzeit die Möglichkeit einer Fertigbauweise, etwa in Modul- oder Containerbau. Das neue Suchthilfezentrum mit Drogenkonsumraum soll noch im kommenden Jahr seinen Betrieb aufnehmen. Perspektivisch ist ein täglicher Betrieb rund um die Uhr geplant, teilt die Stadt in einer Mitteilung mit.

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