Elektronisches Stellwerk Köln Hauptbahnhof: Zweite Bausperrung kommt erst 2027
Die Deutsche Bahn plant die entscheidende Bauphase für das ESTW Köln Hbf nun für 2027. Grund sind ein Softwarefehler und anstehende Generalsanierungen in NRW.
Bahn-Großprojekt in NRW: Inbetriebnahme des ESTW Köln Hbf verschiebt sich
Nach intensiven Gesprächen mit Technikern, Firmen und Bauplanern plant das Projektteam der Deutschen Bahn (DB) die Sperrpause zur Inbetriebnahme des Elektronischen Stellwerks (ESTW) am Kölner Hauptbahnhof im Jahr 2027. Die Beteiligten berücksichtigen bei dieser Terminierung insbesondere die großen Generalsanierungen, die im kommenden Jahr in Nordrhein-Westfalen anstehen, wie die Deutsche Bahn mitteilt.
So stellen die Verantwortlichen sicher, dass Züge den Kölner Hauptbahnhof weiter anfahren können, auch während der umfangreichen Bauarbeiten auf der Strecke Köln – Wuppertal – Hagen (6. Februar bis 10. Juli 2026) und der rechten Rheinstrecke (10. Juli bis 11. Dezember 2026). Die DB führt derzeit detaillierte Abstimmungen mit Aufgabenträgern und Eisenbahnverkehrsunternehmen durch, um das genaue Datum der zweiten Bauetappe festzulegen. Das bestehende Stellwerk steuert den Zugverkehr unverändert und verlässlich, bis die Arbeiten beginnen. Für S-Bahnen setzt die DB bereits seit 2021 elektronische Technik ein.
Ein identifizierter Softwarefehler, der den stark frequentierten Bereich zwischen Köln Messe/Deutz und Köln Hauptbahnhof betrifft, machte umfassende Anpassungen der Gesamtsoftware erforderlich. Das teilt die Deutsche Bahn mit. Das Projektteam grenzte das aufgefundene Fehlerbild in enger Zusammenarbeit mit dem Hersteller Hitachi und Sachverständigen in den vergangenen Wochen genauer ein und erarbeitete die notwendigen Prüfschritte zur Behebung.
Das neue ESTW am Kölner Hauptbahnhof muss mehr als 5.000 Fahrmöglichkeiten steuern. Die Sicherheit des Bahnverkehrs hat dabei nach Angaben der Deutschen Bahn oberste Priorität. Für die Inbetriebnahme müssen alle installierten Anlagen aufwändig eingemessen, in Betrieb gesetzt und sowohl ingenieurtechnisch als auch bahnbetrieblich abgenommen werden. Die Bahn erneuert mit der zweiten Baustufe des ESTW die Technik für die Steuerung der erheblichen Anzahl an Weichen und Signalen, die täglich für die über 1.300 Zugfahrten im Fern- und Regionalverkehr notwendig sind.